Arbeitsmarktpolitik für die Region NiederRhein

Die Region NiederRhein ist Gestaltungsraum der ESF-kofinanzierten nordrhein-westfälischen Arbeitspolitik und Bezirk der Niederrheinischen Industrie- und Handelskammer Duisburg-Wesel-Kleve zu Duisburg. Damit ist diese Region Wirkungsraum der Regionalagentur NiederRhein. Im Auftrag des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen (MAGS NRW) initiieren und organisieren die Regionalagenturen Aufbau und Pflege von Kooperationen und Netzwerken  institutioneller Akteure der Arbeitsmarktpolitik und Träger arbeitspolitischer Maßnahmen in den Regionen und verbinden dabei arbeitspolitische Ziele wie den Abbau von Arbeitslosigkeit und die Ausbildungs- und Beschäftigungssicherung mit wirtschaftsstrukturellen Anforderungen in der Region.

Regionalagentur NiederRhein - Dienstleister der Region NiederRhein

Als Geschäftsstelle leistet die Regionalagentur NiederRhein die organisatorische und fachliche Unterstützung von Lenkungskreis und Facharbeitskreisen in der Region. Dem Lenkungskreis kommt dabei die Aufgabe zu, die Angebote der Landesarbeitspolitik mit regionalen Gesamtkonzepten zu verbinden. Die Facharbeitskreise und regionalen Netzwerke haben die Funktion der Vernetzung regionaler Akteure zur Umsetzung arbeitsmarktpolitischer Konzepte.

Gremien der Region

  • Lenkungskreis
  • Ausbildungskonferenz der Region NiederRhein
  • Facharbeitskreis Koordinierungsgruppe NiederRhein

     

Runde Tische       

  • Runder Tisch Bildungsscheck/Bildungsprämie/Beratung zur beruflichen Entwicklung (BBE)
  • Runder Tisch Potentialberatung NRW/unternehmensWert:Mensch
  • Runder Tisch Erwerbslosenberatungsstellen/Arbeitslosenzentren
  • Runder Tisch Jugend in Arbeit plus
  • Runde Tische Ausbildungsprogramm NRW

Netzwerke

  • Abstimmungsrunden Kommunale Koordinierung (Kein Abschluss ohne Anschluss; KAoA) in den Gebietskörperschaften der Region
  • Netzwerke Teilzeitberufsausbildung in den Gebietskörperschaften                        

Darüber hinaus werden die Programme und Projekte der Landesarbeitsmarktpolitik in vielfältige weitere Netzwerke eingebracht und mit den örtlichen Aktivitäten verknüpft.

Zum Beispiel:

  • Örtliche Beiräte SGB II in den Gebietskörperschaften der Region
  • Runder Tisch Langzeitarbeitslosigkeit der Stadt Duisburg
  • Bündnis für Arbeit und Ausbildung im Kreis Wesel
  • Arbeitsgruppe Nachhaltige Quartiersentwicklung in der Stadt Duisburg
  • Netzwerk Weiterbildung in der Stadt Duisburg
  • Arbeitskreis Prävention in der Stadt Duisburg

Strukturen und Strukturwandel

Die Region NiederRhein umfasst einen 2506 Quadratkilometer messenden Überschneidungsbereich von westlichem Ruhrgebiet und niederrheinischer Tiefebene und weist rund 1,3 Mio. Einwohnerinnen und Einwohner in 30 Städten und Gemeinden aus. In jedweden strukturellen Merkmalen zeigen sich die Gebietskörperschaften der Region, Stadt Duisburg, Kreis Wesel und Kreis Kleve ausgesprochen heterogen. Insbesondere die südliche Hälfte der Region ist durch einen anhaltenden Prozess struktureller Veränderungen geprägt (Schrumpfung der Eisen- und Stahlindustrie in Duisburg, Niedergang des Steinkohlenbergbaus in Duisburg und im Südkreis Wesel, Erschließung brachgefallener Flächen für Standorte der Logistik, Hochtechnologie und Wissenschaft). Seit 2007 beschreitet die Region im Kontext des ZIKON (Zukunftsinitiative Kompetenzregion NiederRhein) Prozesses den Weg der „intelligenten Spezialisierung“.

Offene Grenzen

Die IHK-/NRW-Arbeitsmarktregion NiederRhein präsentiert sich an ihren Grenzen offen; sie verfügt über zahlreiche Verflechtungs- und Kooperationsbeziehungen mit den Nachbarräumen; unter anderem den Niederlanden (Euregio Rhein-Waal), der IHK- bzw. NRW-Arbeitsmarktregion Mittlerer Niederrhein und dem Ruhrgebiet. Die Region NiederRhein ist darüber hinaus Teil der Metropolregion Rheinland und war aktiver Partner der Bewerberregion NiederRheinLande um die REGIONALEN 2022/25.

Demographie

Der Demografiekompass Niederrhein 2030 der Niederrheinischen Industrie- und Handelskammer dokumentiert eindrucksvoll den demographischen Wandel in der Region. Bis 2030 wird demnach ein Bevölkerungsrückgang um -5% prognostiziert. Der Alterungsprozess gehört zu den zentralen Merkmalen der demografischen Entwicklung am Niederrhein. In Duisburg sind darüber hinaus Zugewanderte aus den EU-2 Staaten (Bulgarien und Rumänien) ein prägender Aspekt und städtische Herausforderung der demographischen Entwicklung.

Herausforderungen für die Fachkräftesicherung

Die Zahl der Personen im erwerbsfähigen Alter (15-65 Jahre) nimmt, verstärkt durch den allgemeinen Bevölkerungsrückgang, in der Folge drastisch ab. Durchschnittlich 15 % Rückgang sind bis 2030 am Niederrhein zu erwarten. In der Folge ergeben sich für die Unternehmen erhebliche Herausforderungen im Bereich der Sicherung qualifizierter Facharbeit. Eine insgesamt abnehmende Zahl an Erwerbspersonen wird, unter Berücksichtigung des gleichbleibend niedrigen Geburtenverlaufs, auch von einer sinkenden Zahl an potenziellen Auszubildenden begleitet.

Die nordrhein-westfälische Landesregierung verfolgt entsprechend mit dem gemeinsamen Projektaufruf zur Fachkräftesicherung das Ziel, vorhandene Fachkräftepotentiale zu stärken und weiterzuentwickeln. Interessierten Träger, Institutionen und Unternehmen berät dazu die Regionalagentur Niederrhein.

Hervorzuheben ist darüber hinaus auch die Zusammenarbeit mit dem Kompetenzzentrum Frau und Beruf Niederrhein. Dabei steht die Aktivierung des weiblichen Fachkräftepotenzials in kleinen und mittleren Unternehmen im Mittelpunkt und reflektiert die gemeinsamen Querschnittsziele der Europäischen Struktur- und Investitionsfonds. 

Die Arbeitsmarktchancen für Menschen mit Migrationshintergrund zu verbessern, ist zentrale Aufgabe der Landesnetzwerke im Rahmen des Förderprogramms „Integration durch Qualifizierung (IQ)“. Die regionale Umsetzung des Förderprogramms wird jeweils von der Landeskoordinierung geleitet und umfasst weitere operative Teilprojekte wie die flächendeckende Anerkennungs- und Qualifizierungsberatung für Ratsuchende mit ausländischen Qualifikationen.

Abb. 1: Kartographische Darstellung der Region NiederRhein (politische Darstellung, ohne Angabe des Maßstabes. Quelle: Niederrheinische IHK, o.J.)

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